Alles ist anders

Die Zeit vergeht. 7 Monate sind nun schon vergangen seit wir mit dem Flieger nach Indien gestartet sind und ich nicht nur während dem Flug das Gefühl hatte, dass mir grad der Boden unter den Füßen fehlt. Nicht mehr lange und wir haben Deutschland so lange nicht mehr gesehen, dass in diesem Zeitraum ein Fötus zu einem lebensfähigen Wesen heranwachsen könnte. So lange schon. Im meinem Kopf fühlt es sich ewig an, wohingegen mein Herz immer noch das Gleiche fühlt. Heimat. Heimat ist dort wo dein Herz ist und ja, auch wenn ich Deutschland sehr oft als sehr nervig empfand, vermisse ich es. Zuhause. Dort wo man das Gefühl hat, dass die Zeit stehen bleibt und sich nichts ändert. Zuhause. Der Ort an dem alles begann. Soweit weg von Zuhause ist alles anders. Wichtig sind auf einmal völlig andere Dinge als Zuhause. Man beginnt zu schätzen was man hatte und lernt zu lieben was man hat. Zuhause wohnen die wichtigsten Menschen deines Lebens und man lernt zu verstehen warum sie so wichtig sind. Und dann 7 Monate später merkt man, dass alles anders ist. 


Plötzlich denkt man nicht mehr in seiner Muttersprache nach, sondern englische Wörter und Gedanken gehen dir durch den Kopf. Was? Ich fange an in einer anderen Sprache zu denken. Ich fange an zu verstehen was ich zwar schon vorher wusste, aber erst jetzt verstehe. Jeder Mensch ist anders und es gibt nicht den einen richtigen Weg für uns alle. Die Welt ist größer als auf der Landkarte und ich möchte nicht mit Menschen interagieren bei denen Grenzen vor allem im Kopf bestehen. Ich habe gelernt zu akzeptieren. Vor allem mich selbst zu akzeptieren. Vor 7 Monaten habe ich noch Dinge als Mittel zum Zweck getan doch jetzt? Jetzt denke ich anders. Meine Zeit ist zu wertvoll um sie zu verschwenden. Verschwenden mit Dingen die mich nicht erfüllen. Die mir nichts bringen. Die keinen Spaß machen. Ich habe gelernt zu verstehen, dass es dieses Karma-Ding wirklich gibt und dass das Gesetz der Anziehung funktioniert. Ich habe herausgefunden wofür mein Herz schlägt und was mich glücklich macht. Auch wenn ich dafür erst an's andere Ende der Welt reisen musste. Doch es hat sich gelohnt und ich bin meinem Schicksal unglaublich dankbar dafür. Doch was ist mit der Heimat mit der ich immer noch so verbunden bin, jedoch das Gefühl nicht loswerde, dass ich dort nicht annähernd soviel wachsen kann wie ganz weit weg von ihr? Es gibt wahrscheinlich keine wichtigere Basis als die Heimat, denn nicht um sonst sind dort die Wurzeln. Und egal wie weit man reist, es gibt nichts Schöneres als den einen Ort an dem alles begann.