Liebes Tagebuch

Warum wir uns selbstständig gemacht haben

Anfang März letzten Jahres bin ich offiziell wieder bei meinen Eltern eingezogen. Da Deutschland ein Land der Bürokratie ist, musste ich mich natürlich auch wohnhaft melden. Aber das war nicht der einzige Grund für meinen Besuch im Rathaus unserer Gemeinde: Ich beantragte das erste Mal ein eigenes Gewerbe. Obwohl es nicht ganz einfach zu kommunizieren war mit was wir uns denn eigentlich genau selbstständig machen wollen und die Mitarbeiterin vom Rathaus mit dem Begriff Affiliate-Marketing sichtlich überfordert war, schafften wir es dennoch und ich war nun offiziell selbstständig. Ich erinnere mich noch genau an den Moment als wir zusammen mit meinem Papa im Rathaus standen. Mein Papa hatte nicht wirklich viel gesagt, aber ich konnte ihm ansehen, dass er sehr stolz war. 

 

Seitdem sind viele Monate vergangen und mittlerweile schreiben wir auch schon ein neues Jahr. Damals hätte ich wirklich nicht geglaubt, dass sich alles so entwickeln würde. Damals hatte ich ja auch noch keine Ahnung, dass uns dieser Blog, YouTube und Instagram soviel Spaß machen würde. Und jetzt, fast ein Jahr später haben wir es nach vielen kostenlosen Hotel- und Hostelübernachtungen, Produktplatzierungen und weiteren Kooperationen geschafft unseren ersten bezahlten Job zu bekommen. Mir war damals nie bewusst wieviel Geld man wirklich im Internet verdienen kann und wieviele Möglichkeiten man tatsächlich hat um online Geld zu verdienen. Jedenfalls war ich noch nie zuvor in meinem Leben so motiviert zu arbeiten. Aber für seinen eigenen Erfolg zu arbeiten und zu sehen wie sich alles entwickelt, motiviert einfach unglaublich. 

Aber warum das Alles? Natürlich hätten wir auch einfach nur reisen können. Wir hätten viel mehr Zeit gehabt, da das alles ja schon sehr zeitintensiv ist. Wir hätten auch einfach sagen können, dass wir solange reisen bis wir keine Lust mehr haben und wieder nach Deutschland zurückgehen um anschließend wieder in einem 9-to-5 Job zu arbeiten und wieder den gleichen Alltag zu führen wie vor der Reise. Aber von Anfang an wussten wir beide, dass wir nicht in diese "normale" Arbeitswelt gehören. Ich betete jedes Mal als der Wecker ging, dass es nur ein unangenehmes Geräusch in meinem Traum ist und ich hoffte jedes Mal aufs Neue, dass mein Dienstplan einigermaßen mit meinen privaten Plänen übereinstimmt. Mir ist auch bewusst, dass ein geregeltes Berufsleben für viele Menschen auch wirklich erfüllend sein kann und meiner Meinung nach gibt es doch nichts Besseres als einen Job gefunden zu haben der einen wirklich erfüllt, oder? Was ich damit sagen will ist, dass ich davon überzeugt bin, dass die Selbstständigkeit nicht für jeden Menschen ein geeignetes Modell ist. Es kann durchaus für viele Menschen sehr zufriedenstellend sein bis zur Rente in einem Unternehmen seinen Platz zu haben. Aber wir haben gemerkt, dass wir uns dort einfach nicht mehr sehen und deshalb war es das Beste was uns passieren hätte können und wir sind mit unserer Entscheidung überglücklich. Natürlich verdienen wir jetzt noch nicht annähernd soviel als wir damals monatlich zur Verfügung hatten, aber mittlerweile entscheide ich mich für Zeit statt Geld.   Das Leben vergeht so schnell und ich will es so gut es geht genießen können und mir für mein Leben Zeit nehmen. 

 

Deshalb, solltest du auch den Wunsch haben eine Idee verwirklichen zu wollen, dann gehe nicht davon aus, dass es unmöglich ist. Weil wenn du etwas wirklich willst und nicht nach einem Jahr aufgibst, dann wirst du auch andere von deiner Passion begeistern können und irgendwann auch davon leben können, denn ein schlauer Mann hat mal gesagt: "Ich habe noch nicht Viele scheitern sehen, aber ich habe sie aufgeben sehen."