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Wie eine Reise die Beziehung verändert

Eine Reise in ein fremdes Land mit anderer Kultur und Tradition kann für jedes einzelne Individuum anstrengend sein und jeder reagiert anders darauf. Manchen gelingt es bereits nach ein paar Tagen sich vollständig zu akklimatisieren und an Land und Leute anzupassen, während Andere mit dem fremden System überfordert sind. Wichtig beim Reisen ist vor allem sich für neue Eindrücke zu öffnen und irgendwie ein Teil davon zu werden. 

 

Alleinreisende haben das Privileg, dass die Umgebung uneingeschränkt wahrgenommen und erkundet werden kann, aber wie ist es wenn sich die Aufmerksamkeit auf den Partner und das Umfeld teilt? Diese Frage habe ich mir vor der Weltreise gestellt. Zunächst einmal möchte ich noch etwas zur Dauer und Intensität unserer Beziehung erzählen. Seit mehr als 9 Jahren versuchen wir uns gemeinsam in dieser oft komplizierten Welt zurecht zu finden. Man muss kein Mathegenie sein um zu erkennen, dass wir noch ziemlich jung waren als wir zusammen kamen. Maxi war 17 und ich stand kurz vor meinem 16 Geburtstag. Wtf! Damals hätte wohl keiner und am wenigsten wir selbst gedacht, dass wir uns 2017 immer noch leiden können oder gemeinsam den Sinn des Lebens suchen. Nachdem wir ganz brav Abitur und Ausbildung absolviert hatten, wurde uns die Großstadt irgendwann zu klein und wir entschieden uns gemeinsam auf unbestimmte Zeit die Welt zu bereisen. Da wir bereits längere Reisen und Wochenendtrips miteinander verbrachten und ja auch sonst unseren Alltag miteinander teilen, hatten wir keinerlei Bedenken. Doch überraschenderweise entwickelte sich die Beziehung nochmal in eine ganz andere Richtung. 

 

Es wäre gelogen zu behaupten, dass es nicht manchmal anstrengend sei soviel Zeit miteinander zu verbringen. Jeder Mensch hat Eigenschaften die mehr oder weniger anstrengend sind und auf Reisen kommen dann noch weitere Emotionen wie Heimweh oder situationsbedingte Ängste hinzu. Oft wird man von den ganzen neuen Eindrücken so überwältigt, dass es schwierig ist auch noch auf den Partner einzugehen. 

 

Dennoch war unsere Beziehung wohl noch nie so intensiv wie jetzt und das aus einem einfachen Grund: Jeder kann sich auf Reisen frei entfalten und wirken ohne von irgendwem gelenkt zu werden - sei es die Uhr, die Verpflichtungen oder der Arbeitgeber. Denn man hat endlich Zeit. Zeit für sich selbst und für das Leben. Die Bedürfnisse und Eigenschaften des Anderen werden viel bewusster wahrgenommen und angenommen als vor der Reise, weil man  unnötige Gedanken über vermeintlich Wichtiges einfach nicht mehr hat. Die Reise lässt uns wachsen und uns erkennen was wirklich wichtig zu sein scheint und das Schöne daran ist, dass wir diese Entwicklung gemeinsam erleben.